Medusa : floating body #1 (Vorbereitung)

Research-Arbeit, installativ und prozesshaft angelegtes Performance-Projekt, Akademie Galerie Düsseldorf

Die Ausstellungsmöglichkeit in der Akademie Galerie Düsseldorf nahmen Marco Biermann und Tomas Kleiner zum Anlass, eine schon länger im Standby-Modus wartende Projekt-Idee in Angriff zu nehmen: Ausgehend von dem romantischen Impuls, seinem Alltagstrott abrupt entfliehen zu wollen, alle Probleme hinter sich zu lassen, sich auf den Fluss zu begeben, sich treiben zu lassen und so auf ungelenkte Weise zu neuen Ufern aufzubrechen, entwickelten sie in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Akademie Galerie, DLRG Düsseldorf, WSA (Wasser- und Schifffahrtsbehörde Duisburg),  WSP (Wasserschutz Polizei Düsseldorf) und dem österreichischen Schlauchboot-Hersteller Grabner einen konkreten Projektentwurf, dessen Prozess unmittelbar in der Ausstellung mitverfolgt werden konnte. 

Was sich zunächst träumerisch und leicht anhört, kehrt sich in der Umsetzung zu einem Behörden- Marathon, der Ausarbeitung diverser Sicherheitsvorkehrungen und Notfall-Plänen, bis sich zuletzt in dem wohl organisierten und geschützten Rahmen doch wieder der anfänglich erhoffte Zustand von Leichtigkeit, Stille und Schweben einstellen kann.

Neben unzähligen Entwürfen, Skizzen und Modellen für die Matratzen-Konstruktion entstanden auch Fotos, Collagen, Karten-Material, Listen und akribisch ausgearbeitete Dokumente für diverse Anträge, Genehmigungen und Förderungen.  

Bis zuletzt war unklar, ob das Projekt durchgeführt werden konnte. Nachdem der Probelauf am Sonntag den 9.6. im Beisein der DLRG und der Wasserschutzpolizei erfolgreich verlief und die Bewegung des unkalkulierbaren „Sich-Treiben-Lassens“ in Kombination mit der Absicherung durch die DLRG als praktikabel erwies, wurde die Aktion auf den 30.06.2019 zur Finissage der Ausstellung „Polke und die Folgen – Neuerwerbungen I“ angesetzt.

Mit dem prozesshaft angelegten Projekt Medusa : Floating Body #1 wurden die Räumlichkeiten der Akademie Galerie während der Ausstellungsdauer in einen offenen Aktions- und Reflexionsraum umformuliert, sodass die Ausstellungsbesucher aktiv die verschiedenen Vorbereitungs- Phasen des Projekts mitverfolgen konnten, bis die beiden Künstler am Tag der Finissage still und leise auf dem Rhein verschwanden.

Die Aktion des Sich-Treiben-Lassens wurde zuletzt ohne öffentliche Sichtbarkeit durchgeführt. Die künstlerisch aufgegriffenen Nachbereitungen sind hingegen als „Medusa : Floating Body #2“ in der Galerie Crone in Berlin zu sehen.

Teil-gesponsert wurde das Projekt mit freundlicher Unterstützung der Provinzial Rheinland Versicherung AG

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