Medusa : floating Body #2

Video-Installationen, Foto-Drucke auf Papier, Inkjet-Drucke auf PVC, UV-bedruckte Inflatables, Auquariuminstallation, in der Galerie Crone, Berlin

Ausgehend von dem romantischen Impuls, aus der alltäglich-zielgerichteten Routine auszubrechen und auf ungelenkte Weise zu neuen Ufern aufzubrechen, war das Vorhaben mit „Medusa: Floating Body‘, auf spielerische Weise eine gesellschaftliche Verhandlung in Gang zu bringen. Dieser Impuls mündete in der Überlegung, sich auf einer speziell für das Projekt angefertigten Luftmatratze auf dem Rhein treiben zu lassen, vorbei an Krefeld, Uerding und Duisburg zu einem unbekannten Ziel.

Der Prozess der performativen Verhandlungen zur Umsetzung dieser Idee ist Hauptbestandteil der künstlerischen Arbeit. Dabei sind die Künstler in intensiven Dialog mit der DLRG Düsseldorf/Krefeld und Duisburg, den Wasser- und Schifffahrtsbehörden der unterschiedlichen Regionen, der Wasserschutz-Polizei, den Ordnungsämtern sowie der Bezirksregierung Dezernat 26 Luftfahrtbehörde Düsseldorf getreten, um in einer lebhaft-partizipativen Auseinandersetzung gemeinsam eine künstlerische Form auszuhandeln, die behördliche Vorgaben mit ästhetischen Vorstellungen miteinander verschränkt. Auf Basis feinster Formulierungen und Umformulierungen ist so ein künstlerisches Projekt entstanden, das den kindlichen Impuls des ungezwungenen „Sich-Treiben-Lassens‘ mit den strengen behördlichen Auflagen und Bundeswasserstraßen-Gesetzen verhandelt und in einer zeitgenössisch abgesichert-genehmigten „Freiheit 2.0‘ mündet.

Abschluss dieser Vorbereitungs-Phase und der Ausstellung in der Akademie Galerie war die Performance-Aktion auf dem Rhein, die am 30. Juni von der Rhein-Knie-Brücke aus in Düsseldorf startete und bei der sich die Künstler vorbei an Krefeld und Duisburg auf dem Rhein treiben ließen.

Das performative Moment dreht sich um das prekäre und freiheitlich-romantische Gefühl, sich trotz all des eng geschnürten Schutzrahmens auf alltägliche und selbstverständliche Weise zu verhalten – in Relation zu der komplexen Situation, sich mitten auf der Bundeswasserstraße treiben lassend, zwischen den beiden die Matratze flankierenden DLRG-Booten und unter der über den Performern surrenden Drohne. Ist es möglich, innerhalb der strengen behördlichen Einschränkungen auf performative Weise einen freiheitlichen Raum zu erschaffen?

Die während dieser Aktion entstandenen Foto- und Videoaufnahmen dienten als Ausgangsmaterial für eine Video-Installation. Sie wurd zusammen mit Objekten, Materialien und Schriftstücken, die im Arbeitsprozess entstanden sind, sowie mit literarischen und historischen Quellen, die zu der Aktion im Bezug stehen, in der Ausstellung gezeigt. Durch performative Elemente wird die Intention des Projekts und der Wunsch des „Sich-Treiben-Lassens“ zusätzlich erlebbar gemacht.

Ausführlichere Interviews zum Medusa-Projekt finden Sie außerdem in Textform auf dem Kunst-Blog Periphere und als Video im Rahmen des Gesprächsformats “Good to talk” in der Berghainkantine Berlin.

© Marco Biermann / Tomas Kleiner / Crone Berlin, Fotograf: Sebastian Schobbert

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