attention piece, 2015

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Foto: Aurel Dahlgrün

mehrtägige Live-Aktion im gesamten Ausstellungsraum, time based academy, Kunsthalle Düsseldorf, 2015

Zwei unangekündigte Akteure verhalten sich in den Räumen der düsseldorfer Kunsthalle explizit zu den Museumsbesuchern. Der Eingriff, den sie dabei ausüben, ist jedoch auf die minimalste Wahnehmbarkeit reduziert, denn die experimentelle Rahmenbedingung der Akteure besteht darin, sich genau auf der Grenze der Sichtbarkeit zu bewegen.

Gestalungsmittel sind dabei alltägliche, triviale, performative Verhaltensweisen deren Verschiebung hier besonders in Bezug zu den vorgegebenen Verhaltensmustern des Museumsraums stehen. Die extrem sensibilisierte Aufmerksamkeitsstruktur, die der Museumsrahmen schafft, lässt die Achtsamkeit der Besucher ohne große Gesten lenken:

Ein minimal eindringlicherer Blick als für den Ort gewohnt – und sei er nur von Ferne, eine minimal intensivere Nähe zum Besucher, sei es für eine längere Weile im entfernteren Umkreis, oder sei es für einen kurzen Augenblick merkwürdig nahe – und schon ist der Besucher für ein mögliches Ereignis sensibilisiert.

Was dann geschieht, ist jedoch scheinbar weiter nichts. –

Soblad die Akteure das Gefühl haben, an der Grenze zu sein, die Aufmerksamkeit des Besuchers und damit eine Art Bühne gewonnen zu haben, wird die Struktur sofort wieder verschleiert. Der Akteur tarnt sich wieder als gleichgesonnener Museumsbesucher in dem er sich wieder auffällig den Ausstellungsstücken widmet, weiter läuft, und keine weiteren Begegnungen mit dem Museumsbesucher eingeht.

So wird der Besucher damit alleine gelassen, ob hier etwas stattgefunden hat, stattfinden hätte sollen, oder stattfinden hätte können.